Ein Glas Wasser beginnt zu zittern. Irgendwo draußen hört man schwere Schritte. Und wenige Sekunden später steht ein Tyrannosaurus rex im Regen vor zwei Autos. Mehr als drei Jahrzehnte später funktioniert diese Szene noch immer.
Jurassic Park ist längst mehr als ein alter Dinosaurierfilm aus den 90ern. Steven Spielbergs Abenteuer von 1993 gehört zu den Filmen, die selbst Menschen kennen, die ihn nie komplett gesehen haben. Der T. rex, die Raptoren in der Küche, John Williams’ Musik – vieles davon ist Teil der Popkultur geworden.
Aber Dinosaurier allein hätten vermutlich nicht gereicht.
Ein großer Teil des Erfolgs steckt in der Besetzung von Jurassic Park. Sam Neill machte aus Alan Grant einen angenehm bodenständigen Wissenschaftler. Laura Dern gab Ellie Sattler deutlich mehr zu tun, als nur neben dem männlichen Helden zu stehen. Jeff Goldblum verwandelte Ian Malcolm mit wenigen Blicken und trockenen Kommentaren in eine der bekanntesten Figuren der Reihe.
Dazu kommen Richard Attenborough als begeisterter Parkgründer John Hammond, Ariana Richards und Joseph Mazzello als seine Enkel, Wayne Knight als Dennis Nedry und ein damals noch längst nicht so allgegenwärtiger Samuel L. Jackson.
Und genau diese Mischung funktioniert erstaunlich gut.
Wer heute nach der Besetzung von Jurassic Park sucht, möchte meist zwei Dinge wissen: Wer spielte eigentlich wen – und welche Schauspieler kehrten später in die Jurassic-Filme zurück?
Hier kommt die komplette Übersicht.
Die wichtigsten Schauspieler aus Jurassic Park auf einen Blick
| Schauspieler | Rolle in Jurassic Park | Was die Figur ausmacht |
|---|---|---|
| Sam Neill | Dr. Alan Grant | Paläontologe und Dinosaurierexperte |
| Laura Dern | Dr. Ellie Sattler | Paläobotanikerin und Grants Kollegin |
| Jeff Goldblum | Dr. Ian Malcolm | Mathematiker und Chaos-Theoretiker |
| Richard Attenborough | John Hammond | Gründer des Jurassic Park |
| Ariana Richards | Lex Murphy | Hammonds Enkelin |
| Joseph Mazzello | Tim Murphy | Hammonds Enkel und großer Dino-Fan |
| Bob Peck | Robert Muldoon | Wildhüter und Sicherheitschef |
| Wayne Knight | Dennis Nedry | Programmierer des Parks |
| Samuel L. Jackson | Ray Arnold | Chefingenieur im Kontrollraum |
| Martin Ferrero | Donald Gennaro | Anwalt der Investoren |
| BD Wong | Dr. Henry Wu | Genetiker bei InGen |
| Gerald R. Molen | Dr. Gerry Harding | Tierarzt des Parks |
Interessant ist, wie klein manche Rollen aus heutiger Sicht wirken. Dr. Henry Wu etwa hat im ersten Film nur begrenzte Bildschirmzeit. Jahrzehnte später wurde genau diese Figur zu einem wichtigen Bindeglied zwischen Jurassic Park und der Jurassic-World-Trilogie.
Andere Figuren verschwanden dagegen fast vollständig aus der Reihe.
Schauen wir genauer hin.
Sam Neill als Dr. Alan Grant: Der Mann, der lieber echte Fossilien mochte
Alan Grant hat zunächst ein ziemlich klares Verhältnis zu Dinosauriern: Er liebt sie – solange sie seit Millionen Jahren tot sind.
Sam Neill spielt den Paläontologen angenehm unheroisch. Grant ist kein Actionstar, der nur darauf wartet, einen Velociraptor im Nahkampf zu besiegen. Er ist Wissenschaftler. Er gräbt Knochen aus, mag Kinder anfangs eher so mittel und betrachtet Hammonds Park mit einer Mischung aus Staunen und Unbehagen.
Dann steht plötzlich ein echter Brachiosaurus vor ihm.
Die Szene, in der Grant zum ersten Mal einen lebenden Dinosaurier sieht, gehört auch deshalb zu den berühmtesten Momenten des Films, weil Neill nicht groß übertreibt. Er wirkt einfach wie jemand, dessen gesamtes Verständnis seines Berufs gerade innerhalb weniger Sekunden neu sortiert wird.
Später wird ausgerechnet der Mann, der mit Kindern wenig anfangen kann, zum Beschützer von Lex und Tim.
Das ist ein kleiner Charakterbogen, aber ein wichtiger.
Sam Neill kehrte 2001 als Alan Grant für Jurassic Park III zurück. Mehr als 20 Jahre später spielte er die Figur erneut in Jurassic World: Ein neues Zeitalter aus dem Jahr 2022.
Dort stand er wieder gemeinsam mit Laura Dern und Jeff Goldblum vor der Kamera.
Laura Dern als Dr. Ellie Sattler: Viel mehr als Grants Begleitung
Ellie Sattler hätte in einem typischen Abenteuerfilm der frühen 90er leicht zur dekorativen Begleiterin werden können.
Zum Glück passiert genau das nicht.
Laura Dern spielt eine Wissenschaftlerin, die Hammond widerspricht, selbst in gefährliche Situationen geht und später einen wesentlichen Anteil daran hat, dass überhaupt jemand die Insel verlassen kann.
Und Ellie liefert einen der besten Sätze des Films, als Hammond davon spricht, dass vielleicht Männer die Natur kontrollieren sollten.
Der Film macht dabei etwas Cleveres: Ellie ist warm und empathisch, aber nie naiv.
Sie erkennt relativ früh, dass Hammonds Problem nicht nur technische Fehler sind. Das eigentliche Problem ist seine Vorstellung, ein unkontrollierbares biologisches System könne wie eine gewöhnliche Attraktion geplant werden.
Laura Dern hatte später einen kurzen Auftritt in Jurassic Park III und kehrte 2022 mit einer deutlich größeren Rolle in Jurassic World: Ein neues Zeitalter zurück.
Die Reunion mit Sam Neill war für langjährige Fans fast genauso interessant wie die Dinosaurier.
Jeff Goldblum als Ian Malcolm: Chaos war noch nie so charmant
Dann kommt Ian Malcolm.
Schwarze Kleidung. Sonnenbrille. Lederjacke. Permanente Skepsis.
Jeff Goldblum spielt den Mathematiker so eigen, dass man sich schwer vorstellen kann, jemand anderes hätte diese Rolle übernehmen können.
Malcolm ist nicht gegen Wissenschaft. Im Gegenteil. Er versteht nur ziemlich schnell, dass Hammond eine Entwicklung kontrollieren möchte, deren Konsequenzen niemand seriös vorhersagen kann.
Seine berühmte Haltung lässt sich ungefähr so zusammenfassen: Nur weil etwas technisch möglich ist, heißt das noch lange nicht, dass man es tun sollte.
Und dann schaut er sich im Park um und bekommt praktisch sofort recht.
Malcolm wurde später noch wichtiger für die Reihe. Jeff Goldblum übernahm 1997 die Hauptrolle in Vergessene Welt: Jurassic Park. Er erschien außerdem in Jurassic World: Das gefallene Königreich und gehörte 2022 erneut zum zentralen Ensemble von Jurassic World: Ein neues Zeitalter.
Damit ist Ian Malcolm eine der Figuren, die die ursprüngliche Trilogie und die Jurassic-World-Ära besonders deutlich verbinden.
Richard Attenborough als John Hammond: Ein sympathischer Mann mit einer ziemlich schlechten Idee
John Hammond ist interessant, weil er kein klassischer Bösewicht ist.
Er möchte tatsächlich etwas Großartiges erschaffen.
Richard Attenborough spielt ihn als warmen, begeisterten Unternehmer, der fast kindlich stolz auf seinen Park ist. Wenn Hammond Grant und Sattler zum ersten Mal die Dinosaurier zeigt, sieht man einen Mann, der überzeugt ist, der Welt ein Wunder zu schenken.
Nur hat er einen gewaltigen blinden Fleck.
Hammond glaubt, dass genug Geld, Technik und Planung jedes Problem lösen können. Die Warnungen seiner Gäste behandelt er lange wie pessimistische Einwände von Leuten, die seine Vision einfach noch nicht verstanden haben.
Erst als der Park zusammenbricht, verändert sich seine Sicht.
Attenborough kehrte 1997 in Vergessene Welt: Jurassic Park als Hammond zurück. Der Schauspieler und Oscar-prämierte Regisseur starb 2014 im Alter von 90 Jahren.
Für viele Fans bleibt John Hammond trotzdem das Gesicht des ursprünglichen Parks. Schon der Satz “Welcome to Jurassic Park” reicht, und die Musik läuft im Kopf automatisch weiter.
Ariana Richards als Lex: Ja, sie kennt sich mit Computern aus
Lex Murphy ist Hammonds Enkelin und eine der Figuren, die in den gefährlichsten Szenen des Films stecken.
Sie sitzt im Auto, als der T. rex aus seinem Gehege kommt. Sie versteckt sich vor Raptoren in der Küche. Und kurz vor Schluss darf sie zeigen, dass ihre Begeisterung für Computer tatsächlich nützlich ist.
Ariana Richards war beim Dreh noch sehr jung. In einem späteren Interview erinnerte sie sich daran, dass Spielberg sie für die Rolle auswählte, nachdem er ihre bisherigen Arbeiten gesehen hatte und sie unter anderem beim Screentest überzeugend schreien musste.
Nun ja. Das Talent wurde im fertigen Film durchaus gebraucht.
Richards kehrte für einen kleinen Auftritt in Vergessene Welt zurück. In späteren Jahren trat die Schauspielerei bei ihr stärker in den Hintergrund, während die Malerei einen größeren Platz einnahm. Sie hat sich selbst als professionelle Künstlerin beschrieben und sprach auch Jahre nach Jurassic Park noch ausgesprochen positiv über die Dreharbeiten.
Joseph Mazzello als Tim: Der Dino-Nerd im falschen Park
Tim Murphy hat wahrscheinlich den Traum vieler Kinder Anfang der 90er: Er darf einen echten Dinosaurierpark besuchen.
Das Problem ist nur, dass er ungefähr eine Stunde später von einem T. rex angegriffen wird.
Joseph Mazzello spielt Tim neugierig, gesprächig und erstaunlich belastbar. Der Junge überlebt einen Angriff des Tyrannosaurus, einen Sturz mit einem Auto, einen elektrischen Schlag und anschließend noch Velociraptoren.
Ein normaler Urlaub mit den Großeltern sieht anders aus.
Mazzello hatte wie Ariana Richards einen kurzen Auftritt in Vergessene Welt. Danach setzte er seine Schauspielkarriere fort und war später unter anderem als Queen-Bassist John Deacon in Bohemian Rhapsody zu sehen.
Wer Jurassic Park lange nicht gesehen hat, ist häufig überrascht, den erwachsenen Mazzello in anderen Filmen wiederzuerkennen.
Wayne Knight als Dennis Nedry: Der Mann, der alles ins Rollen bringt
Ohne Dennis Nedry gäbe es wahrscheinlich einen deutlich ruhigeren Film.
Nedry arbeitet als Programmierer für Jurassic Park und fühlt sich von Hammond finanziell schlecht behandelt. Er vereinbart deshalb einen Deal, bei dem er Dinosaurierembryonen stehlen soll.
Dafür deaktiviert er wichtige Sicherheitssysteme.
Was könnte schon schiefgehen?
Wayne Knight spielt Nedry gleichzeitig komisch, genervt und unangenehm. Seine Figur ist keine beeindruckende Superschurken-Version eines Hackers. Er ist ein frustrierter Mitarbeiter, der glaubt, seinen Plan im Griff zu haben.
Dann trifft er einen Dilophosaurus.
Und der hat andere Vorstellungen vom weiteren Tagesablauf.
Knight wurde außerhalb von Jurassic Park besonders durch seine Rolle als Newman in Seinfeld bekannt.
Samuel L. Jackson als Ray Arnold: Eine kleinere Rolle mit großer Wirkung
Wer Jurassic Park heute zum ersten Mal sieht, könnte sich wundern, wie wenig Samuel L. Jackson eigentlich im Film vorkommt.
1993 war er noch nicht der weltweite Franchise-Star, als den ihn spätere Generationen kennenlernten.
Jackson spielt Ray Arnold, den Chefingenieur des Parks. Die meiste Zeit sitzt er im Kontrollraum und versucht gemeinsam mit den anderen Mitarbeitern herauszufinden, wie Nedrys Sabotage rückgängig gemacht werden kann.
Seine Figur ist eng mit einem der bekanntesten Sprüche des Films verbunden: “Hold on to your butts.”
Arnolds Ende sehen wir übrigens nicht direkt. Ellie findet später nur noch seinen Arm.
Jurassic Park erschien ein Jahr vor Pulp Fiction, dem Film, der Jacksons Karriere endgültig in eine neue Liga brachte.
BD Wong als Henry Wu: Aus einer Nebenfigur wurde ein Schlüsselcharakter
Dr. Henry Wu ist vielleicht das beste Beispiel dafür, wie sich die Bedeutung einer Rolle nachträglich verändern kann.
Im ersten Jurassic Park erklärt Wu im Labor, wie die Dinosaurier erschaffen werden. Danach verschwindet er ziemlich schnell aus der Handlung.
Mehr als zwei Jahrzehnte später kam BD Wong zurück.
In Jurassic World von 2015 ist Wu kein kleiner Laborwissenschaftler mehr. Er gehört zu den entscheidenden Figuren hinter der genetischen Entwicklung der neuen Dinosaurier.
Auch in Jurassic World: Das gefallene Königreich und Jurassic World: Ein neues Zeitalter spielt Wong die Figur erneut.
Damit gehört Henry Wu zu den langlebigsten Charakteren des gesamten Franchise.
Bob Peck als Robert Muldoon: Der Mann, der die Raptoren ernst nahm
Robert Muldoon gehört zu den wenigen Menschen im Park, die von Beginn an verstehen, wie gefährlich die Velociraptoren wirklich sind.
Bob Peck spielt den Wildhüter ohne großes Drama. Muldoon beobachtet, analysiert und warnt.
Nur hört leider nicht jeder auf ihn.
Seine Begegnung mit den Raptoren endet mit einem der berühmtesten kurzen Sätze des Films: “Clever girl.”
Bob Peck war bereits vor Jurassic Park ein hoch angesehener britischer Schauspieler. Besonders bekannt war er durch die BBC-Serie Edge of Darkness. Er starb 1999 im Alter von 53 Jahren.
Donald Gennaro, Ray Arnold und Co.: Die Nebenrollen sind besser, als man sie in Erinnerung hat
Ein Grund, warum Jurassic Park so lebendig wirkt, liegt in den kleineren Figuren.
Martin Ferrero macht aus dem Anwalt Donald Gennaro einen Mann, der den Park zunächst vor allem in Dollarzeichen sieht. Gerald R. Molen, zugleich einer der Produzenten des Films, tritt als Tierarzt Gerry Harding auf. Und Samuel L. Jackson bringt selbst in relativ wenigen Szenen sofort Präsenz mit.
Zur erweiterten Besetzung gehören außerdem:
- Martin Ferrero als Donald Gennaro
- Gerald R. Molen als Dr. Gerry Harding
- Miguel Sandoval als Juanito Rostagno
- Cameron Thor als Lewis Dodgson
- Richard Kiley als Stimme der Jurassic-Park-Tour
- Greg Burson als Stimme von Mr. DNA
Gerade Mr. DNA ist ein schönes Beispiel. Die animierte Figur hat nur einen kurzen Auftritt, erklärt aber in wenigen Minuten die Grundidee hinter der Erschaffung der Dinosaurier.
Natürlich ist die Wissenschaft im Film stark vereinfacht. Als Erzählelement funktioniert die Szene aber bis heute wunderbar.
Welche Schauspieler aus Jurassic Park kehrten später zurück?
Die Geschichte der Besetzung von Jurassic Park endet nicht 1993. Mehrere Figuren begleiten das Franchise über Jahrzehnte.
| Darsteller | Jurassic Park 1993 | Spätere Rückkehr |
|---|---|---|
| Sam Neill | Alan Grant | Jurassic Park III, Jurassic World: Ein neues Zeitalter |
| Laura Dern | Ellie Sattler | Jurassic Park III, Jurassic World: Ein neues Zeitalter |
| Jeff Goldblum | Ian Malcolm | Vergessene Welt, Das gefallene Königreich, Ein neues Zeitalter |
| Richard Attenborough | John Hammond | Vergessene Welt: Jurassic Park |
| Ariana Richards | Lex Murphy | Kurzer Auftritt in Vergessene Welt |
| Joseph Mazzello | Tim Murphy | Kurzer Auftritt in Vergessene Welt |
| BD Wong | Henry Wu | Jurassic World, Das gefallene Königreich, Ein neues Zeitalter |
Die größte Reunion kam 2022.
Jurassic World: Ein neues Zeitalter brachte Alan Grant, Ellie Sattler und Ian Malcolm wieder gemeinsam in eine größere Geschichte. Sam Neill, Laura Dern und Jeff Goldblum standen damit fast drei Jahrzehnte nach dem Original erneut als Trio im Mittelpunkt eines Jurassic-Films.
Für Fans der ersten Stunde war das natürlich Nostalgie pur.
Warum die drei Hauptfiguren so gut zusammen funktionieren
Grant, Sattler und Malcolm sind keine drei Varianten derselben Figur.
Und genau das macht ihren gemeinsamen Auftritt interessant.
- Alan Grant betrachtet Dinosaurier vor allem aus wissenschaftlicher und praktischer Sicht.
- Ellie Sattler interessiert sich stark für ökologische Zusammenhänge und erkennt Probleme schnell.
- Ian Malcolm denkt in Systemen, Wahrscheinlichkeiten und unvorhersehbaren Folgen.
- Grant ist eher ruhig und zurückhaltend, Malcolm redet gefühlt auch dann weiter, wenn ein T. rex neben ihm steht.
- Ellie verbindet beide Seiten und ist häufig die Person, die tatsächlich handelt.
Dadurch entstehen Gespräche, die weit über reine Erklärungen für das Publikum hinausgehen.
Die Figuren widersprechen sich. Sie necken sich. Und sie reagieren komplett unterschiedlich auf Hammonds Idee.
Das fühlt sich überraschend modern an.
Wie wurde die Besetzung von Jurassic Park ausgewählt?
Steven Spielberg brauchte Schauspieler, die glaubwürdig auf Dinge reagieren konnten, die beim Dreh teilweise noch gar nicht existierten.
Das klingt heute normal. Bei großen Effektfilmen spielen Darsteller ständig vor Greenscreens oder reagieren auf digitale Figuren.
1992 war die Situation anders.
Jurassic Park kombinierte computergenerierte Dinosaurier von Industrial Light & Magic mit großen animatronischen Modellen aus Stan Winstons Werkstatt. In manchen Szenen stand tatsächlich ein riesiger Dinosaurierkopf neben den Schauspielern. In anderen mussten sie auf Markierungen reagieren.
Ariana Richards erinnerte sich später daran, dass die praktischen Dinosauriermodelle das Spielen deutlich erleichterten. Der lebensgroße Triceratops oder der gewaltige T. rex wirkten am Set eben nicht wie abstrakte technische Hilfsmittel.
Sie waren riesig.
Und ziemlich überzeugend.
Die Schauspieler mussten den Dinosauriern erst Glaubwürdigkeit geben
Effekte funktionieren nur, wenn die Menschen im Bild an sie glauben.
Das klingt banal, ist aber entscheidend.
Wenn Sam Neill beim ersten Brachiosaurus einfach nur freundlich genickt hätte, wäre die Szene halb so stark. Wenn Lex und Tim beim T. rex nicht panisch reagieren würden, könnte das beste CGI der Welt die Gefahr kaum retten.
Die Besetzung musste verschiedene Arten von Staunen vermitteln:
- Grant sieht die wissenschaftliche Sensation seines Lebens.
- Ellie erkennt gleichzeitig Schönheit und potenzielle Probleme.
- Malcolm reagiert fasziniert, bleibt aber misstrauisch.
- Hammond sieht seinen großen Traum endlich bestätigt.
- Lex und Tim erleben zunächst einen Kindertraum – und kurz darauf einen Albtraum.
So wird der Park für das Publikum real.
Bevor alles schiefgeht, möchte man selbst hinein.
Das ist vermutlich Hammonds bester Verkaufstrick.
Jurassic World brachte eine neue Generation von Stars
2015 begann mit Jurassic World eine neue Phase des Franchise. Chris Pratt spielte Owen Grady, Bryce Dallas Howard übernahm die Rolle der Claire Dearing.
Die neue Trilogie erzählte nicht einfach die Geschichte von Grant und Sattler weiter. Stattdessen existierte Hammonds Idee Jahrzehnte später tatsächlich als funktionierender Freizeitpark.
Zumindest für eine Weile.
BD Wongs Rückkehr als Henry Wu schuf eine direkte Verbindung zum Original. Später kamen auch Jeff Goldblum, Sam Neill und Laura Dern zurück.
Jurassic World: Ein neues Zeitalter von 2022 vereinte schließlich die Generationen: Grant, Sattler und Malcolm trafen auf Owen und Claire.
Und was ist mit Jurassic World: Die Wiedergeburt?
Seit 2025 besitzt die Filmreihe erneut eine weitgehend neue Hauptbesetzung.
Jurassic World: Die Wiedergeburt setzt fünf Jahre nach den Ereignissen von Jurassic World: Ein neues Zeitalter an. Gareth Edwards führte Regie, während David Koepp – einer der Drehbuchautoren des ursprünglichen Jurassic Park – das Drehbuch schrieb.
Die Hauptrollen übernahmen Scarlett Johansson, Mahershala Ali und Jonathan Bailey. Dazu kommen Rupert Friend, Manuel Garcia-Rulfo und weitere neue Figuren.
Die alte Hauptbesetzung aus Jurassic Park steht hier nicht mehr im Zentrum.
Das ist durchaus spannend: Mehr als 30 Jahre nach dem ersten Film ist das Franchise groß genug geworden, um immer neue Hauptfiguren einzuführen und trotzdem ständig auf Hammonds ursprüngliche Idee zurückzugreifen.
Warum gerade der Cast von 1993 bis heute hängen bleibt
Jurassic Park hat später größere Dinosaurier bekommen. Mehr Action. Mehr Arten. Mehr Zerstörung.
Aber die Besetzung des ersten Films besitzt etwas, das schwer zu planen ist.
Sie wirkt nicht wie eine Gruppe von Actionhelden.
Grant ist Paläontologe. Ellie ist Paläobotanikerin. Malcolm ist Mathematiker. Gennaro ist Anwalt. Hammond ist Unternehmer. Zwei Kinder sind zufällig dabei.
Wenn diese Menschen vor einem T. rex weglaufen, glaubt man, dass sie wirklich Angst haben.
Niemand wirkt so, als hätte er am Morgen bereits drei Geheimagentenmissionen erledigt.
Vielleicht altert der Film auch deshalb so gut.
Der Cast und die berühmtesten Szenen
Fast jede Hauptfigur besitzt mindestens einen Moment, der sofort mit Jurassic Park verbunden wird.
Bei Sam Neill ist es der erste Blick auf den Brachiosaurus. Jeff Goldblum liegt nach dem T.-rex-Angriff verletzt und erstaunlich fotogen herum. Laura Dern rennt vor einem Raptor davon. Richard Attenborough sitzt nach dem Scheitern seines Parks schweigend am Tisch.
Ariana Richards bekommt die Küchenszene mit den Raptoren. Joseph Mazzello hängt in einem Auto über einer hohen Mauer. Wayne Knight trifft im Regen auf einen vermeintlich harmlosen Dilophosaurus.
Und Bob Peck sagt nur zwei Wörter.
“Clever girl.”
Mehr braucht es manchmal nicht.
Jurassic Park gewann drei Oscars – und alle drei gingen an die Technik
Bei den Academy Awards gewann Jurassic Park drei Oscars: für visuelle Effekte, Ton und Toneffektschnitt.
Das passt natürlich zu einem Film, der die Darstellung digitaler Kreaturen im Blockbusterkino entscheidend mitprägte.
Aber rückblickend ist interessant, wie eng die technischen Leistungen mit den Darstellern verbunden sind.
Ein animatronischer T. rex kann beeindruckend aussehen. Erst die panischen Gesichter von Lex und Tim machen ihn gefährlich.
Ein digitaler Brachiosaurus kann technisch perfekt sein. Erst Grants Reaktion verwandelt ihn in ein Wunder.
Das ist wahrscheinlich eines der größten Geheimnisse des Films: Die Effekte spielen nie allein.
FAQ zur Besetzung von Jurassic Park
Wer spielt Dr. Alan Grant in Jurassic Park?
Sam Neill spielt den Paläontologen Dr. Alan Grant. Er kehrte später in Jurassic Park III und Jurassic World: Ein neues Zeitalter in dieser Rolle zurück.
Wer spielt Ellie Sattler?
Laura Dern übernimmt die Rolle der Paläobotanikerin Dr. Ellie Sattler. Auch sie war später in Jurassic Park III und Jurassic World: Ein neues Zeitalter wieder zu sehen.
Wer spielt Ian Malcolm?
Jeff Goldblum spielt den Mathematiker und Chaos-Theoretiker Dr. Ian Malcolm. Er wurde 1997 zur Hauptfigur von Vergessene Welt: Jurassic Park und trat später erneut in mehreren Jurassic-World-Filmen auf.
Wer spielt John Hammond in Jurassic Park?
Richard Attenborough spielt Jurassic-Park-Gründer John Hammond. Er kehrte auch für Vergessene Welt: Jurassic Park zurück. Attenborough starb 2014 im Alter von 90 Jahren.
Wer sind die beiden Kinder in Jurassic Park?
Ariana Richards spielt Lex Murphy, Joseph Mazzello ihren jüngeren Bruder Tim. Beide sind die Enkel von John Hammond und hatten 1997 kurze Auftritte in Vergessene Welt: Jurassic Park.
Spielt Samuel L. Jackson bei Jurassic Park mit?
Ja. Samuel L. Jackson spielt Ray Arnold, den Chefingenieur im Kontrollraum des Parks. Jurassic Park erschien 1993, also noch vor einigen seiner später berühmtesten Rollen.
Sind die ursprünglichen Jurassic-Park-Stars noch in den neuen Filmen dabei?
Sam Neill, Laura Dern und Jeff Goldblum kehrten 2022 gemeinsam in Jurassic World: Ein neues Zeitalter zurück. Jurassic World: Die Wiedergeburt von 2025 setzt dagegen auf eine neue Hauptbesetzung rund um Scarlett Johansson, Mahershala Ali und Jonathan Bailey.
Fazit: Die Besetzung von Jurassic Park war fast genauso wichtig wie die Dinosaurier
Natürlich erinnern wir uns bei Jurassic Park zuerst an Dinosaurier.
An den T. rex im Regen. Die Raptoren in der Küche. Den kranken Triceratops. Den ersten Brachiosaurus, der seinen langen Hals zwischen den Bäumen hebt.
Aber diese Szenen funktionieren nur deshalb so gut, weil die Menschen davor glaubwürdig wirken.
Sam Neill spielt Alan Grant nicht wie einen klassischen Actionhelden. Laura Dern macht Ellie Sattler zu einer der kompetentesten Figuren des Films. Jeff Goldblum bringt mit Ian Malcolm eine völlig andere Energie hinein. Richard Attenborough wiederum sorgt dafür, dass John Hammond nicht einfach der dumme Unternehmer ist, der einen gefährlichen Park eröffnet hat.
Man versteht seinen Traum.
Und genau deshalb ist sein Scheitern interessant.
Auch die Nebenrollen sitzen erstaunlich gut. Wayne Knight macht Dennis Nedry gleichzeitig lächerlich und gefährlich. Bob Peck braucht für Robert Muldoon keine großen Monologe. Ariana Richards und Joseph Mazzello wirken wie echte Geschwister und nicht wie zwei kleine Filmfiguren, die nur darauf warten, gerettet zu werden.
Samuel L. Jackson ist mit relativ wenig Bildschirmzeit sofort präsent. Und aus BD Wongs kleiner Rolle als Henry Wu entwickelte sich Jahrzehnte später eine der wichtigsten Figuren des gesamten Franchise.
Das alles erklärt, warum die Besetzung von Jurassic Park auch mehr als 30 Jahre nach dem Kinostart noch gesucht wird.
Die Reihe hat sich längst verändert. Aus Jurassic Park wurde Jurassic World. Chris Pratt und Bryce Dallas Howard übernahmen eine neue Generation. 2022 trafen beide Generationen aufeinander. Seit Jurassic World: Die Wiedergeburt von 2025 stehen wiederum Scarlett Johansson, Mahershala Ali und Jonathan Bailey im Mittelpunkt einer neuen Geschichte.
Doch der Film von 1993 bleibt der Ausgangspunkt.
Und vielleicht liegt sein größter Vorteil sogar darin, dass er noch relativ klein wirkt.
Ein paar Wissenschaftler. Zwei Kinder. Ein Unternehmer. Einige Angestellte. Eine abgelegene Insel.
Na gut – und mehrere Tonnen ziemlich schlecht gelaunte Dinosaurier.
Mehr brauchte Spielberg nicht.
Als Alan Grant am Anfang des Films einen Raptor nur aus Knochen rekonstruiert, kennt er Dinosaurier aus einer längst verschwundenen Vergangenheit. Wenig später sitzt er in einem Jeep und kann kaum glauben, was direkt vor ihm steht.
Der Zuschauer glaubt es ebenfalls.
Und darin steckt bis heute die eigentliche Magie von Jurassic Park: Nicht nur die Dinosaurier sehen echt aus. Die Menschen reagieren so, als wären sie es wirklich.


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